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2:1 vor über 2000 Fans – VfB ringt Hannover nieder

Der VfB surft weiter auf der Erfolgswelle: Gegen Hannover 96 II blieben die Grün-Weißen auch im achten Regionalligaspiel ungeschlagen, feierten einen hart umkämpften 2:1-Erfolg gegen den Bundesliga-Nachwuchs und festigten dadurch den zweiten Tabellenplatz. Doch die  90 Minuten hatten noch mehr als nur drei Tore.

Ausgangslage

Die 96er zählten bislang nicht unbedingt zu den Lieblingsgegnern des VfB in den vergangenen Jahren. Nur fünf der vergangenen 18 Partien konnten die Lübecker für sich entscheiden. Vier davon allerdings zu Hause. Das machte für die heutige Aufgabe durchaus Mut. Darüber hinaus waren die Roten ähnlich gut wie der VfB in die Saison gestartet, blieb nach der Auftaktniederlage gegen Havelse in sechs Spielen ungeschlagen und setzten sich mit 14 Zählern an der Tabellenspitze fest. Die Serie riss am vergangenen Wochenende allerdings mit einer 0:1-Niederlage beim FC St. Pauli II.

Aufstellung

Nach der Gelb-Roten Karte gegen Aleksandar Nogovic in Hamburg war Trainer Rolf Landerl zum Wechseln gezwungen. Sven Mende kehrte in die Startelf zurück, zudem ersetzte Cemal Sezer Marvin Thiel und bildete mit Daniel Franziskus das Sturmduo. Ahmet Arslan rückte dafür eine Reihe zurück. Die Hannoveraner hatten neben Torhüter Leo Weinkauf noch Noah Joel Sarenren Bazee aus dem erweiterten Bundesligakader dabei. Letzterer brachte es in seiner Laufbahn immerhin schon auf 25 Spiele in der ersten und zweiten Bundesliga. In der Defensive sollte der 35-jährige Christian Schulz, ausgestattet mit 4 Länderspielen, über 350 Bundesligaspielen für Hannover und Werder und 14 Champions League-Einsätzen, der jungen Mannschaft Stabilität geben.

Highlights

Bereits nach fünf Minuten riss es die Zuschauer erstmals aus den Sitzen, als sich ihre Grün-Weißen in Person von Cemal Sezer und Daniel Franziskus prima über den rechten Flügel kombinierten und letztlich Yannick Deichmann in beste Schussposition brachten. Sein Versuch konnte jedoch zur ersten Ecke abgewehrt werden. Doch auch daraus sollte Gefahr resultieren, weil Halke aus spitzem Winkel zum Abschluss kam (7.). Auf der anderen Seite konnte Mete Kaan Demir, nachdem Daniel Halke ein wenig ins Straucheln geriet, die sich bietenden Freiräume nicht ausnutzen (7.), Hadzic‘ Kopfballverlängerung nach einem Freistoß war ebenfalls nicht ungefährlich (22.). 

Als Yannick Deichmann ein Schuss aus nächster Nähe am Kopf traf und dadurch kurzzeitig k.o. ging, brachen erstmals Tumulte zwischen den Trainerbänken aus – zu unfair war einfach die Forderung der Hannoveraner, schnell weiterspielen zu wollen (23.). Für Deichmann ging es nach kurzer Behandlungszeit weiter, verhindern konnte er den kurz darauffolgenden Rückstand durch Sarenren Bazee allerdings auch nicht – 0:1 (27.)

Der VfB steckte nicht auf, verpasste durch Sezers Kopfball (33.) knapp. Mendes Pass auf Franziskus geriet einen Tick zu steil (34.). Anders nur eine Minute später: Mende diesmal mit einem Traumpass über rund 35 Meter in den Lauf von Sezer, der den Ball gekonnt mitnahm und an Torhüter Weinkauf vorbei ins lange Eck zirkelte – 1:1 (35.). Und noch vor der Pause sollte die Lohmühle ein weiteres Mal beben. Deichmann mit Karacho an die Latte, den Abpraller nagelte Abwehrchef Grupe in der dritten Minute der Nachspielzeit mit enormer Willenskraft ins Glück – 2:1!

Weitere Tore blieben im zweiten Durchgang zwar aus, weniger hitzig wurde es allerdings nicht. Mende sah binnen 120 Sekunden zwei Mal Gelb und musste vorzeitig zum Duschen, sein Gegenüber, Maurice Springfeld, folgte ihm zwölf Minuten später – ebenfalls wegen wiederholten Foulspiels. Zuvor in Unterzahl stand der VfB-Sieg kurz auf wackeligen Beinen, als Matovina und Co. sich in gleich mehrere Schüsse schmeißen mussten, um den Einschlag zu verhindern (58.). Als Wolf zehn Minuten vor dem Ende nochmals frei zum Schuss kam, war Schuchardt auf dem Posten (80.). Auf der anderen Seite verpassten Franziskus und Co., einige Konter genauer auszuspielen und so blieb es am Ende beim knappen aber verdienten 2:1-Erfolg.

Erwähnenswertes

Erneut fanden über 2.000 Fans den Weg ins Stadion. Ihr Kommen dürfte keiner bereut haben, denn mit drei Toren, zwei Feldverweisen und zwei Co-Trainern, die schon nach dem ersten Durchgang ihren Platz auf der Tribüne fanden, war eigentlich alles drin, was man in 90 Minuten verpacken konnte.

Weiter geht’s …

…am Sonntag in einer Woche beim TSV Havelse. Anstoß ist auch dort um 14 Uhr. (RS)

Das Spiel im Stenogramm
VfB Lübeck: Schuchardt – Halke, Grupe, Weißmann – Riedel, Deichmann (53. Hoins), Mende, Arslan, Matovina – Franziskus (77. Thiel), Sezer (87. Richter)
Hannover 96 II: Weinkauf – Ritzka, Springfeld, Tarnat, Sarenren Bazee, Wolf, Schulz, Demir, Marusenko (64. Emghames), Dierßen (77. Riegel), Hazic (83. Stefandl)
Schiedsrichter: Konrad Oldhafer
Gelbe Karten: Matovina, Riedel, Halke, Mende – Marusenko, Hadzic, Springfeld, Wolf, Tarnat, Sarenren Bazee
Gelb-Rote Karte: Sven Mende (57./wdh. Foulspiel) – Maurice Springfeld (70./wdh. Foulspiel)
Tore: 0:1 Sarenren Bazee (27.), 1:1 Sezer (35.), 2:1 Grupe (45.+3)
Zuschauer: 2017