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„Ich klebe nicht an meinem Sessel wie ein Politiker.“

Hans-Ludwig Meyer hört 2019 endgültig auf. Foto: PN
Hans-Ludwig Meyer hört 2019 endgültig auf. Foto: PN

Er hat viel bewegt im Fußball, darf durchaus als „Koryphäe“ bezeichnet werden – der Präsident des SHFV, Hans Ludwig Meyer. Im November 2017 teilte der „Macher“ dem Präsidium des SHFV allerdings mit, dass er ab Juni 2019 nicht mehr für den Verband und auch nicht als Präsident zur Verfügung stehen wird. Nach zwölf Jahren in Schleswig-Holstein wäre somit für den jung gebliebenen 66-Jährigen Schluss. RegionalSport führte mit Meyer ein Interview, fühlte dem Präsidenten auf den Zahn.
Hallo Hans-Ludwig. Du hörst 2019 auf. Warum ist das so?

Hans-Ludwig Meyer: Da gibt es sicherlich mehrere Gründe. 20 Jahre war ich Spieler, 15 Jahre Trainer.  Nach zwei Jahren zwischenzeitlicher Babypause dann auch noch 20 Jahre als Funktionär tätig. Das ist eine lange Zeit, die ich mit Fußball verbracht habe. 2019 wären aber auch zwölf Jahre als Präsident vorbei. Meiner Meinung nach ist das lange genug in so einem Amt. Ich klebe ja nicht an meinem Sessel, so wie es der eine oder andere Politiker in Berlin macht. Irgendwann muss ja genug sein. Zudem bin ich ja auch nicht mehr der Jüngste, befinde mich in der zweiten Hälfte des Lebens und möchte die mir verbleibende Zeit dann auch gerne mit meiner Frau, die mich in den ganzen Jahren immer toll unterstützt, mir die Rückendeckung gegeben hat, die ich brauchte um so ein Amt auszuüben, nutzen.“

Gibt es schon einen Nachfolger für dich?

Hans-Ludwig Meyer: Nein, aber sicherlich Anwärter. Ich persönlich habe Uwe Döring, bisher als Vize beim SHFV für Qualifizierung und Soziales tätig, vorgeschlagen. Am 24. März wird dann über die Kandidaten offiziell entschieden.
Ist es beabsichtigt, dass du deinen Nachfolger noch einarbeitest, dann bis zu deinem Ausscheiden unter die Fittiche nimmst?

Hans-Ludwig Meyer: Ja. Alles andere wäre ja auch nicht richtig. Man kann Leute ja nicht ins kalte Wasser werfen. Dafür ist das alles zu komplex. Ich werde denjenigen an die Hand nehmen, habe ein großes Netzwerk im Fußball, in der Wirtschaft und in der Politik. Das würde ich meinem Amtsnachfolger gerne zugänglich ma
chen, ihn begleiten. So gehört sich das meiner Meinung nach auch.“

Ist für dich 2019 dann wirklich mit allem Schluss, sowohl beim SHFV, als auch übergreifend?

Hans-Ludwig Meyer: „Ich werde sicherlich nicht von tausend auf null zurückschalten. Mir schwebt da ein vernünftiger Weg vor, ich beabsichtige langsam kürzer zu treten. Beim Norddeutschen Fußballverband werde ich wohl auch über 2019 hinaus noch ein, zweimal in der Woche etwas tun.“

Schwingt nicht auch etwas Wehmut mit bei dir, dass nun nach den vielen Jahren alles vorbei sein wird?

Hans-Ludwig Meyer: „Ich habe das ja schon gesagt. Irgendwann muss Ende sein. Ich habe als Fußball-Präsident ein schönes Amt bekleidet, über die Jahre viele neue Menschen dabei kennengelernt. Mir hat die Aufgabe – und macht es noch immer Spaß gemacht, auch wenn natürlich nicht immer alles eitel Sonnenschein war. Ich konnte als Verbandsverantwortlicher aber auch dem Fußball durch meine Position etwas von dem wiedergeben, was ich als Spieler und später als Trainer zuvor erhalten habe. Das war und ist mir wichtig gewesen.“

Vielen Dank Hans-Ludwig, dass du für das Interview zur Verfügung standest. (SR)