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Die besten Holstein-Torjäger aller Zeiten

Gerd Koll während der Bundesliga Aufstiegsrunde 1965 am Gladbacher Bökelberg. Fotos: PN/HB
Gerd Koll während der Bundesliga Aufstiegsrunde 1965 am Gladbacher Bökelberg. Fotos: PN/HB

Momentan gelten bei den Kieler Störchen Spieler wie Marvin Ducksch, Dominick Drexler oder auch Kingsley Schindler und Steven Lewerenz als die gefährlichsten Torjäger.

Doch wer waren eigentlich die besten Goalgetter der Vereinsgeschichte. Wir sind auf Spurensuche gegangen. Elf Stürmer erzielten nach dem 2. Weltkrieg mehr als 50 Punktspieltore für Holstein (siehe Tabelle). Noch immer gilt dabei Gerd Koll, der von 1959 bis 1968 – davon vier Jahre lang in der erstklassigen Oberliga Nord das blau-weiß-rote Trikot trug, als bester Holstein-Torjäger der Nachkriegszeit. Stolze 138 Treffer erzielte der Mann, den an der Förde alle nur „Oma“ nannten, für die KSV. In der Saison 1961/62 sicherte sich Koll sogar mit 29 Toren in 29 Spielen vor HSV-Legende Uwe Seeler die Torjägerkanone der Oberliga Nord. Übrigens das erste und einzige Mal, dass dieses Kunststück einem Kieler in der Erstklassigkeit gelang. 1978 führte Koll dann die Störche sogar als Trainer erstmals in die 2. Liga. Auch wenn Kolls 139 Treffer wohl auf ewig unerreicht bleiben werden, Gerhard Saborowski, der von 1963 bis 1966 sowie 1971 bis 1973 für Holstein spielte und 1967 mit Eintracht Braunschweig den Deutschen Meistertitel feiern durfte, liegt in Bezug auf die Torquote mit 75 Treffern in 113 Spielen auf Platz 1. Der Stürmer, der 1963 vom TSV Siems ins Storchennest wechselte und heute seinen Lebensabend bei Lübeck verbringt,absolvierte drei Junioren-Länderspiele für Deutschland. Beim 3:1-Erfolg im Bökelbergstadion bildete er 1963 gegen die Tschechoslowakei zusammen mit Herbert Wimmer, Günter Netzer, Jupp Heynckes und Horst Köppel den deutschen Angriff. Hinter Gerd Koll und Gerd Saborowski muss man Stürmer wie „Dimi“ Guscinas (87 Treffer), Rudi Christiansen (86), Axel Möller (77), Carsten Nemitz (72) und André Bistram (66) nennen. Oder Marc Heider (74), der den „Red Bulls“ in der Saison 2010/11 mit seinen drei Toren bei Holsteins 5:1-Auswärtssieg die höchste Heimniederlage der Vereinsgeschichte beibrachte. Aber auch „Hammer-Harry“ Witt, der im Storchennest aufwuchs und auch zu glorreichen Zweitliga-Zeiten für die KSV wirbelte, bleibt unvergessen. Vielleicht sollte man auch noch den Brasilianer Daniel Teixeira, auch wenn er nur ein Jahr in Kiel „tanzte“, erwähnen. „Texas“ traf in der Saison 2003/04 in 28 Spielen 17 Mal und war damit Garant für den Klassenerhalt in der damals drittklassigen Regionalliga Nord. Oder auch Peter Ehlers (48), Daniel Jurgeleit (47), Manfred Jochimiak (48) und Immo Stelzer (43). Bei der Frage nach dem besten Holstein-Stürmer aller Zeiten dürfen aber bei allem Respekt für Gerd Koll, Gerd Saborowski und Co. auf keinen Fall die Namen „Atze“ Bornemann und Name Franz Linken fehlen. Bornemann spielte zehn Jahre lang (1953 bis 1963) erstklassig für Holstein und traf als einziger neben Koll über 100 Mal für die KSV. Noch einen Tick stärker dürfte ein Franz Linken gewesen sein.
Im Holstein-Meisterjahr 1912 in Wuppertal geboren war Linken von 1935 bis 1950 eine feste Größe bei den Störchen und feierte 1943 an der Seite des jungen Ottmar Walter mit Kiel den 3. Platz in der Deutschen Meisterschaft. Auch im wohl besten Holstein-Spiel aller Zeiten, dem 4:1 gegen die „unbesiegbaren“ Schalker im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft am 30. Mai 1943, trug sich Linken in die Torjägerliste ein. Später arbeitete Linken als Trainer. Seine letzte Station war 1963 der Bundesligist Tasmania Berlin. Sagenumwoben auch Emil Maier, der von 1952 bis 1956 in der erstklassigen Oberliga in 94 Spielen 49 Mal ins Schwarze traf und als Spieler mit dem härtesten Schuss der Vereinsgeschichte gilt. Noch immer berichten alteingesessene Kieler, dass Maier aufgrund einer verkehrsunfallbedingten Haftstrafe im Innenhof des Kieler „Zuchthauses“ Freistöße geübt haben soll. Das Tor wurde dafür extra mit Kreide an die Wände des Innenhofes gezeichnet. Der Mannschaftsbus der Störche durfte Maier damals extra für die Auswärtsspiele direkt am Gefängnis abholen. Die Erstligaspieler der KSV besaßen damals in Kiel absoluten Kultstatus. (Immo)

Der legendäre Atze Bornemann trug zehn Jahre lang das Kieler Erstligatrikot
Der legendäre Atze Bornemann trug zehn Jahre lang das Kieler Erstligatrikot

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